Das Konzept
Die Anlage ist in einem Raum mit den Abmessungen 4,40 mal 3,40 Metern entlang dreier Wände aufgebaut.
Dargestellt sind jeweils ein Bahnhofskopf zweier Bahnhöfe einer Nebenbahnstrecke in Norddeutschland. Der Bahnhof Altenwerder liegt angenommermaßen an der (nicht dargestellten) Hauptstrecke. Von hier aus zweigen zwei Nebenstrecken ab, für die der Bahnhof ein kleines Bw mit Drehscheibe und Behandlungsanlagen für Dampf- und Diesellokomotiven besitzt.
Die erste Nebenstrecke führt zum Bahnhof Großensiel Fähre. Von hier aus können Wagen und Triebfahrzeuge (Schienenbus) mit einen Trajekt zur fiktiven Inselstrecke nach Westersand übersetzen. Vorbild für diese Situation ist die Strecke Züssow-Wolgast Hafen (KBS 193) mit dem Trajektverkehr zur Insel Usedom oder der Verkehr zur Insel Fehmarn vor dem Bau der Fehmarnsundbrücke.
Durch Austausch der Fahrzeuge können verschiedene Epochen dargestellt werden: die Epoche 3 mit überwiegend dampflokgeführten Zügen, oder Epoche 4 mit Dieseltraktion.

Betrieb
Beide Bahnhöfe haben aufgrund ihrer relativ kurzen Gleislängen keine Umlaufmöglichkeit (die Weichenverbindung liegt angenommenermaßen im nicht dargestellten Bahnhofskopf). Das bedeutet, dass in jedem Bahnhof zusätzlich zur Streckenlok eine Rangierlok vorhanden sein muss, die die Wagen umrangiert. Dieser Umstand ist im Modell natürlich willkommen.
Der Platz zwischen den Anlagenteilen bietet auch genügend Platz zum gemeinsamen Betrieb mit Freunden. Jeder Mitspieler könnte einen Bahnhof übernehmen.
Trotz der bescheidenen Streckenlänge sind doch vielfätige Betriebsmöglichkeiten vorhanden. Der Schwerpunkt liegt hierbei natürlich im Rangierverkehr. Dabei müssen stets einige Triebfahrzeuge vorgehalten werden:
  • Nahgüterzuglok
  • Personenzuglok
  • Zweite Personenzuglok bzw. Triebwagen
  • Rangierlok Altenwerder
  • Rangierlok Großensiel Fähre
  • Lok für Übergabezüge (zum zweiten Trajektanleger)
  • Sonderverkehr und (Schienenbus-)Ersatz
Weiterhin kann der "Fahrzeugsammler" seine Lokomotiven auch epochengerecht austauschen. Die nichtpassenden Wagen stehen solange in der Vitrine.

Fahrzeuge
Es können zahlreiche Fahrzeuge und kurze Zuggarnituren eingesetzt werden, wie sie auch beim Vorbild auf norddeutschen Nebenbahnen zu sehen waren:
  • BR 24
  • BR 55
  • BR 64
  • BR 89 (T3)
  • BR 91
  • BR 93.5
  • Köf II (323)
  • V 36 (236)
  • V 60 (260)
  • V 65 (265)
  • V 100 (211 bzw. 212)
  • 218
  • V 200.0 (220)
  • VT 98 (798)

Im Personenzugverkehr findet man neben der Schienenbusgarnitur auch Umbauwagen, Donnerbüchsen, E 30-Eilzug- und Abteilwagen.
Im Güterverkehr laufen ausschließlich kurze 2-Achser, die auch für die Trajektierung geeignet sind.

Segmentbauweise und Anlagenkonstruktion
Die Anlage basiert aus Sementen von meist 102 cm Länge und 80 cm Breite. Dadurch ist z.B. ein möglicher Umzug kein Abrissgrund, und die Anlage kann bei größerem Raumangebot einfach verlängert werden.
Die einzelnen Segmente bestehen aus nur 47 mm hohen und 15 mmm breiten, mehrfach verleimten Multiplex-Holzseitenteilen mit einer einfachen, 10 mm starken Sperrholzplatte als Auflage. Sie sind mit Schrauben und Flügelmuttern untereinander verschraubt. Die einzelnen Spanten haben gefräste Öffnungen für die Kabelleitungen.
Die Segmentkästen ruhen auf miteinander durch Winkel verschraubte, einfache Regalleisten aus dem Baumarkt. Diese Tragekonstruktionen stehen jeweils in Höhe der Segmentübergänge senkrecht zur Wand und sind mit Winkeln an daran befestigt. Holzleisten in Längsrichtung sorgen auch vorn für den richtigen Abstand der Stützen untereinander und verleihen der zuvor noch etwas wackeligen Konstruktion die nötige Stabilität.

Die Anlage ist als Mehrdeckanlage konzipiert, wobei die dargestellte Spur-1-Anlage auf der oberen Ebene angesiedelt ist. Der Abstand vom Fußboden bis zur Schienenoberkante beträgt etwa 120 cm. Diese Höhe ist (für mich) ideal zum Betrachten und Bedienen sowohl im Stand, als auch in sitzender Position.

Eine Etage tiefer soll mal eine H0-Anlage entstehen, bei der dann auch mal längere Züge verkehren können. Bis dahin kann der Platz aber auch als Bücherregal genutzt werden.

Den Abschluss der Spur-1-Anlage bildet ein etwa 80 cm hoher, selbst gesprühter Himmelhintergrund. Hierfür wird die Kulisse vorher auf ein durchgehendes, aufrollbares Trägermaterial aufgetragen (z.B. PVC-Boden) und im fertigen Zustand auf einfachen Holzleisten über der Anlage angebracht.
Die optimale Höhe der Hintergrundkulisse ergab sich als Kompromiss zum einen aus dem Wunsch, auch beim stehenden Betrachten und beim Fotografieren der Anlage die Illusion von Tiefe zu erhalten und zum anderen aus der Tatsache, das als Abschluss oberhalb der Kulisse noch eine schmale Vitrine für die Fahrzeuge erreichbar angebracht werden sollte.
Erste Versuchen, die den optischen Gesamteindruck der späteren Kulisse im Zimmer verdeutlichen sollten, wurden übrigens mit an der Wand befestigten, auseinander geschnittenen, blauen Müllbeuteln gemacht.

Schwenk- und Klappteile
Das Segment mit dem Ringlokschuppen wird nach oben klappbar konstruiert, um den unter der Anlage, an der linken, oberen Querseite des Raumes befindliche Heizungskörper erreichen (ablesen) zu können. Die Scharniere liegen leicht erhöht (damit beim Klappen die Profile nicht klemmen) auf der Segmenttrennstelle zwischen Lokschuppen und Drehscheibe und werden optisch getarnt (vorn z.B. durch ein abnehmbares Materiallager).

Der trapezförmige Teil vor der Eingangstür wird schwenkbar (Drehpunkt oben rechts) ausgeführt. Das Segment wird auf der gegenüberliegenden Seite beim Schwenkvorgang auf einem Standfuß mit Rolles getragen. Die Eingangstür ist aber auch im Betriebszustand frei zu öffnen.

Durch die Anbindung einer fiktiven Inselstrecke mittels eines Trajekts lässt sich ein interessante Fährbetrieb und Wagenumlauf simulieren. An der Eingangstür sind an der Innenseite zwei Winkel angebracht, die unter das zuvor zum Anlagenrand gedrehte Trajekt greifen können. Sicher getragen von der Tür kann das Schiff beim Schließen der Tür weiter zur Schmalseite des Raumes gedreht werden. Hier besteht wieder Anschluss zurück an die Strecke.

Weichen und Radien
Eingeplant sind Hübner-Weichen mit einem 10°-Abzweig mit Radius 2321 mm, eine DKW sowie Selbstbauweichen.
Der hinter dem Bw liegende Bogen ist mit 1100 mm angesetzt. Allerdings ist auch zusätzlich schon ein Übergangsbogen nach NEM in Richtung des oberen Bahnhofes eingeplant/-gezeichnet. Der optisch unschöne, enge Gleisbogen wird hauptsächlich durch den Rundschuppen (die Strecke verläuft durch einen Teil der Gebäude) und durch Vegetation versteckt. Hier kann eine (kurze) Zuggarnitur zwecks Fahrzeitverlängerung auch "parken".
Der Radius des unteren Bogens beträgt an der engsten Stelle 1555 mm und weitet sich an der Bogenweiche in der Bahnhofseinfahrt auf 2000 bzw. 4000 mm.

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